Richtig Lüften im Winter | Tipps & Anleitung

Jeden Winter stehen Hausbesitzer ebenso wie Mieter vor dem Problem, dass es durch das Lüften in der Wohnung schnell kalt wird. Damit es in der Wohnung schön warm bleibt, werden die Fenster häufig nur kurz auf Kipp gestellt oder es wird sogar ausschließlich morgens, nach dem Aufstehen, gelüftet.

Dummerweise führt dieses Verhalten dazu, dass Feuchteschäden und im schlimmsten Fall auch Schimmel entstehen. Von der schlechten Raumluft, die zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit führen kann, ganz zu schweigen. Wir zeigen, wie man im Winter richtig lüftet.

Gründe für schlechte Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit und Schimmelgefahr

Bis in die 1960er Jahre hinein wurden Häuser so gebaut, dass zwischen den Innenräumen und außen ein natürlicher Luftaustausch stattfand. Die Gebäudehülle war nicht vollständig abgedichtet, und durch die Fenster zog es ein klein wenig. Dieser Luftaustausch hat für ein gesundes Raumklima gesorgt. Der Nachteil war, dass viel wertvolle Wärme verloren ging.

Aus energetischen Gründen wurde dann, als die Energiepreise heftig anzogen, begonnen, Wohnhäuser zu dämmen und isolierende Mehrscheibenfenster mit Thermoverglasung zu verbauen. Der ehemals natürliche Luftaustausch findet somit nicht mehr statt. Auch wenn nun Energie und somit am Ende Heizkosten eingespart werden, verschlechtert sich das Raumklima dadurch erheblich.

Die warme Raumluft nimmt viel Feuchtigkeit auf. An den kalten Außenwänden des Gebäudes und insbesondere häufig im Bereich der kühleren Fensteröffnungen kondensiert die warme Raumluft. Kondensieren bedeutet in diesem Zusammenhang, dass sich die Luft an dieser Stelle abkühlt und nicht mehr so viel Feuchtigkeit aufnehmen kann. Die überschüssige Feuchtigkeit setzt sich an den kalten Stellen ab.
Dieses Kondenswasser kann im schlimmsten Fall für feuchte Wände sorgen und zudem einen guten Nährboden für Schimmelpilze bilden.

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Um diesen Prozess der Kondensation zu vermeiden, gilt es im Winter richtig zu Lüften und zudem auch das Heizverhalten anzupassen (zum Heizverhalten weiter unten mehr).

So lüftet man im Winter richtig

Allgemein gilt, dass man im Winter zwei bis dreimal täglich richtig durchlüften sollte. Morgens und abends ist Pflicht, wer tagsüber zu Hause ist, sollte auch unter Tage ein bis zweimal lüften. Ziel des Lüftens ist es, die gesamte Raumluft einmal vollständig auszutauschen. Grundsätzlich gilt, dass in Wohnräumen eine Luftfeuchtigkeit von 40-60 %, im Bad auch bis 70 %, als optimal gilt.

Im Winter die Fenster nicht kippen

Ein Fenster auf Kipp zu stellen ist nicht ausreichend. Um die Raumluft vollständig auszutauschen, müsste es unter Umständen, je nach Größe des Raumes, mehrere Stunden in Kippstellung geöffnet sein. Dies führt nicht nur dazu, dass sich der Raum auskühlt und wertvolle Heizenergie verschwendet wird, sondern auch die dem Fenster umliegenden Mauern kühlen aus, was den Kondensationsprozess beschleunigt.

Die Stoßlüftung

Wer richtig lüften will, der sollte zumindest die Stoßlüftung wählen. Das bedeutet, in jedem Raum soll das Fenster für mindestens 5-10 Minuten weit geöffnet werden. Handelt es sich um einen größeren Wohnraum, kann man auch mehrere Fenster öffnen.

Die Querlüftung

Einen noch besseren Luftaustausch erreicht man über die Querlüftung, im Volksmund Durchzug genannt. Öffnet man zwei gegenüberliegende Fenster oder Türen, entsteht ein Luftzug, der die Raumluft noch schneller austauscht. Infolge kann der Lüftungsvorgang kürzer ausfallen. Man spart wertvolle Heizenergie.

Tipp: haben Sie gerade geduscht oder gebadet, so sollten Sie diesen Raum nicht Quer-, sondern Stoßlüften. Ansonsten verteilt sich die feuchte Luft aus dem Bad unter Umständen in der gesamten Wohnung. Ziel des Lüftens ist es jedoch unter anderem, Feuchtigkeit abzutransportieren.

Weitere Tipps für den Winter

Nachdem nun klar ist, warum ein ordentliches Lüften wichtig ist, muss man darauf hinweisen, dass ein zu langes Lüften ebenfalls schlecht sein kann. Kühlen die Wände, zum Beispiel durch ein vergessenes offenes Fenster stark aus, tritt hier ebenfalls der Kondensationseffekt auf und es bildet sich Kondenswasser. Abgesehen davon heizt die Heizung unter Umständen ihr Geld direkt zum Fenster hinaus.

Entdecken Sie Kondenswasser an den Fensterrahmen und Fensterbänken oder auch auf anderen Oberflächen, so sollten Sie dieses unbedingt mit einem Lappen aufwischen. Ansonsten kann es passieren, dass sich Schimmel bildet oder, bei höherer Raumtemperatur, die Feuchtigkeit direkt wieder verdunstet und von der Raumluft aufgenommen wird.

Im schlecht isolierten Altbau empfiehlt es sich, den Lüftungsvorgang auf zweimal täglich 5 Minuten Querlüften zu begrenzen, um Heizkosten zu sparen. In einer besonders gut isolierten Dachgeschosswohnung hingegen können Sie durchaus einige Minuten länger lüften, da hier die Wärme besonders gut gehalten wird.

Lüften und Heizen – Beides gehört im Winter zusammen

Viele Menschen machen den Fehler, über Nacht oder tagsüber, wenn niemand zu Hause ist, die Heizungen komplett abzudrehen. Die Gefahr ist, dass hierbei die Temperatur zu stark abfällt. Erreicht die Raumtemperatur allerdings keine 18 °C mehr oder liegt sogar deutlich darunter, so kann die Raumluft die Feuchtigkeit nicht mehr halten. Die aufgenommene Feuchtigkeit kondensiert an Wänden und Fenstern, was zu Schimmelbildung führen kann. Aus gleichem Grund sollten auch selten genutzte Räume, wie zum Beispiel ein Gäste-WC oder ein Gästeschlafzimmer immer auf 18-19 °C gehalten werden.

Wenn im Winter gelüftet wird, dann sollten die Heizkörper während dieser Zeit komplett abgedreht werden. Ansonsten passiert es, dass sich das zirkulierende Wasser der Heizkörper zu schnell abkühlt und die Heizungsanlage beginnt, das Wasser aufzuheizen. Diese Wärme verschwindet über die geöffneten Fenster ungehindert in die Umwelt und verursacht hohe Heizkosten.

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Fazit

Gerade im Winter kann man beim Lüften sehr viel falsch machen. Unser kleiner Ratgeber hilft, auch für Ihre Wohnung oder ihr Haus das richtige Lüftungsverhalten zu finden. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, täglich ordentlich zu Lüften und die Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten. Als Grundregel sollten Sie sich einfach merken: Mit zweimal täglich 5-10 Minuten Durchzug in allen Räumen macht man kaum etwas falsch.

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